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Freitag 01.10.2004

Der Tag beginnt für Harald bereits wieder vor Sonnenaufgang gegen sechs Uhr, denn es gilt das beste Licht des Tages für die Gepardenfotos zu nutzen. Um halb sieben geht es mit Marlice in das erste Gehege, in dem 5 wunderschöne Geparden leben. So macht das Fotografieren natürlich richtig Spaß. Die Geparden sind ebenfalls begeistert und zeigen sich von ihrer besten Seite. Das Fotografieren wird immer wieder von den schnurrenden Katzen für eine kleine Streicheleinheit unterbrochen, aber wer kann bei diesen Augen auch "Nein" sagen ;-) Harald läßt dafür gerne das eine oder andere schöne Foto saußen.

Anschließend geht's noch zu den drei jüngeren Geparden, die für ein paar Fotos auch schon mal gerne auf einen Baum klettern. Dies tun übrigens in freier Wildbahn auch nur die jüngeren, da die ausgewachsenen Geparden dafür zu schwer und ihre Krallen nicht dafür ausgelegt sind. Ganz im Gegensatz zu den Leoparden, die ihre Beute für gewöhnlich immer in einem Baum verzehren und auch dort lagern. Es wurde von Leoparden berichtet, die selbst ein ausgewachsenes Zebra oder auch mal eine kleinere Giraffe in einen Baum zerren und dort verankern.

Das Fotografieren hat natürlich riesigen Spaß gemacht:

“Dankie Marlice!”

Nun ist auch Sonja wach und es geht zum gemeinsamen Frühstück. Danach ist auch schon Packen und Abschiednehmen, was uns sehr schwer fällt, angesagt. Die ganze Familie hat uns sehr herzlich auf ihrer Farm aufgenommen, sodaß für uns schon feststeht: Wir kommen wieder!

Als Harald die Rechnung begleichen will, erfährt er, dass die Session mit Marlice und den Geparden ausnahmsweise kostenlos war. Spontan entsteht die Idee, die entstandenen Fotos zu Gunsten von Harnas zu verkaufen. Also entsteht nach der Reise eine weitere Gallery in unserem Foto-Spenden-Online-Shop.

Rudi erklärt uns noch schnell den besten Weg über die Dirt Roads zu unserer nächsten Station, Otjiwarongo, und wir machen uns auf den Weg. Alles klappt wunderbar, bis Harald die Idee hat, jetzt könnte auch Sonja mal das Steuer übernehmen. Fünf Minuten (wenn überhaupt) später stecken wir im Sand fest! Um hier aber keine falschen Vermutungen aufkommen zu lassen: Es war nicht Sonjas Schuld. Als sie in das Sandfeld fuhr und sich deshalb etwas Unwohl fühlte, war es Harald, der ihr zum Anhalten riet. Leider drei Meter zu früh, denn dann wäre das Sandfeld zu Ende gewesen.

Stattdessen bedauern wir keinen (sehr teuren) Allrad-Jeep gemietet zu haben. Also ist jetzt Graben und Holz zum Unterlegen sammeln angesagt. Doch alle Mühe ist umsonst, denn der Toyota hat sich schon beim ersten kläglichen Versuch soweit eingegraben gehabt, dass die Hinterachse samt Differentialgetriebe im Sand steckte. Also macht sich Harald zusammen mit einer großen Flasche Wasser auf den Weg in Richtung des nächsten Dorfes. Nach einer halben Stunde kommt er zu einer Farm, bei der aber außer einem jungen Arbeiter, der auch nur Afrikaans spricht, niemand anwesend ist. Dann also weiter in der Mittagssonne durch den Sand marschieren. Weitere 10-15 Minuten später kommt Harald eine Frau in einem kleinen Auto entgegen, die sich als die Besitzerin der Farm herausstellt. Sie hat leider keinen Jeep zur Verfügung, da ihr Mann damit unterwegs ist, aber sie fährt Harald zum Sandfeld zurück und verspricht ihren Schwager, der auf der Nachbarfarm lebt, vorbei zu schicken. Dieser kommt auch schon kurze Zeit später mit einem großen Allrad-Pickup und nach einigen Versuchen und kräftigem Schieben haben wir wieder festen Boden unter den Rädern. Puuh, noch mal gut gegangen. Wir bedanken uns ganz herzlich und die Fahrt geht mit Harald am Steuer weiter. Sandfelder kommen zwar immer wieder, werden aber ab sofort entweder umfahren oder mit ausreichendem Speed überbrückt.

Nach einigen Stunden Fahrt auf teilweise recht schlechtem Untergrund kommen wir endlich nach Otjiwarongo, wo wir sogleich lernen, dass eine Ampel hier “Robot” heisst. Wir finden die Pension Falkennest dank der vorbildlichen Reiseplanung von Sonja auf Anhieb und werden ebenfalls wieder sehr herzlich empfangen. Die Pension ist klein und gemütlich und hat einen schönen Pool, den Harald auch sogleich zur Abkühlung nutzt. Nach einer anschließenden Dusche geht's zum Abendessen in ein wunderschönes Restaurant. Das Kudu-Steak ist hervorragend und braucht sich hinter einem gehobenen Restaurant in Deutschland keineswegs zu verstecken. Gekostet hat das Essen inkl. Getränken und Trinkgeld gerade mal 140 N$, was ungefähr 19 Euro entspricht. Anschließend geht's ab in die Falle, wo wir erstmal richtig ausschlafen.

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