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Sonntag 03.10.2004

Da Harald leider den Wecker nicht richtig gestellt hat, wachen wir um Punkt sieben auf. Der Haken an der Sache: Der Gamedrive beginnt um 7 und wir sollten 10 Minuten vorher da sein. Also im Eiltempo rein in die Klamotten, Fotorucksack geschnappt und mit Vollgas zur Rezeption. Wir kommen um 7.10 Uhr dort an, drücken schnell unsere 400 N$ ab und besteigen hektisch den wartenden Truck. Los geht's entlang des unteren Randes des Plateaus, wo wir schon das eine oder andere Tier entdecken können.

Harald hat das große Vergnügen zwischen zwei Jägern sitzen zu dürfen ;-) Ganz sicher sind wir uns zwar nicht, aber da ihre einzigen Kommentare bislang die Schmackhaftigkeit der gesichteten Tiere zum Inhalt hatten und sie sich später an den befestigten Beobachtungsstellen auch mehr für die dort hängenden Gehörne und Schädel der Antilopen als für das beobachten der Tiere an den Wasserstellen (OK, OK es gab ja auch nicht viel zu sehen, dazu aber später) interessierten, liegt der Verdacht einfach nahe. Ach ja: Sie sind auch die einzigen, die in ihren Westen Bier(-dosen) dabei haben...es waren ganz sicher Jäger!

Nach ca. 25 Minuten machen wir uns auf den Weg auf das Plateau. Oben angekommen genießen wir erstmal die tolle Aussicht und die Stille. Danach geht's weiter zum ersten Wasserloch. Dieses ist mit einem befestigten Beobachtungsstand versehen, welchen man durch einen ca. 150m langen eingezäunten und überdachten Gang erreicht. Im Beobachtungsstand angekommen gibt's dann ein leckeres und sehr reichhaltiges Frühstück. Bei den Herren Jäger gibt's dazu das nächste Bier. Tiere sehen wir keine. Wie auch, denn erstens halten wir uns nicht all zu lange dort auf und zweites sind die anderen Teilnehmer auch nicht gerade sehr leise. Also brechen wir alsbald auch schon wieder auf und fahren noch zwei weitere Wasserlöcher an. Ohne Erfolg. Unterwegs sehen wir zwar in weiter Entfernung das eine oder andere Tier, aber das ist auch schon alles.

Zu gute letzt fahren wir noch ein weiteres Wasserloch mit einem befestigten Beobachtungsstand an und können dort immerhin zwei Säbelantilopen beobachten, wenn auch wieder in reichlich weiter Entfernung. Danach geht's zurück zum Camp. Alles in allem mit 50 Euro das wohl teuerste Frühstück unseres Lebens...dann doch lieber zum Paradise Beach in Malibu frühstücken gehen...das war zwar auch nicht viel billiger, aber wir haben dort mehr Tiere gesehen ;-)

Am Nachmittag besucht uns wieder eine Horde Paviane. Harald macht sich, nur mit Kamera bewaffnet, sofort daran sich unter die Affen zu mischen. Nach etwas Gewöhnungszeit schafft er es endlich sich den Tieren auf Fotodistanz zu nähern und einige Fotos zu schiessen. Der Spaß hat aber schnell ein Ende, denn ein älterer deutscher Bewohner eines Nachbar-Bungalows beginnt damit, die Paviane mit Steinen zu bewerfen. Er hat zwar auch gerade versucht sie zu fotografieren (dilletantisch! Sorry, aber das musste raus!), jetzt hat er es sich aber anders überlegt. Harald beendet das Fotografieren sofort, denn der Aufenthalt unter einer Horde wütender Paviane ist nicht gerade empfehlenswert. Darauf angesprochen, was das ganze soll, antwortet er sehr unhöflich, dass ich gefälligst meine Klappe halten soll. Auf die Idee, dass er mich mit seinem dummen Verhalten in Gefahr gebracht hat, kommt er nicht und es ist ihm auch nicht begreiflich zu machen.

In der Zwischenzeit ist auch schon Stephanus angekommen und wir machen uns zusammen auf den Weg. Er erzählt uns sehr viel über die Geschichte des Waterbergs, die Tiere und Pflanzen die dort leben und auch die Geologie der Gegend. Nach zwei Stunden erreichen wir das Plateau, wo wir zusammen mit einigen anderen Wanderern den Sonnenuntergang genießen. Man hatte von dort oben eine wunderschöne Aussicht über das ganze Umland. In der Dämmerung machen wir uns auf den Weg zurück. Am unteren Rand des Plateaus sehen wir noch eine Gruppe Klippschliefer, die natürlich auch fotografiert werden muss. Ein vorbeikommender Wanderer will uns aber nicht glauben, dass diese kleinen, nagerähnlichen Tierchen die engsten Verwandten der Elefanten darstellen. Dann eben nicht, soll er es halt selber irgendwo nachlesen ;-)

Zurück im Bungalow macht sich Sonja schon für's Essen fertig, während Harald noch Stephanus zu seiner Unterkunft bei der Rezeption fährt. Danach geht's wieder ins Restaurant und anschließend werden mal wieder Bilder ausgemistet. Danach sinken wir müde und um einige Erfahrung reicher in unsere getrennten Betten. Was wir bislang nämlich noch nicht wissen, im Etosha dann aber schnell lernen werden: In allen staatlichen Unterkünften, sprich in den Nationalparks, gibt es keine Doppelbetten. Also werden wir zum ersten mal seit lehr langer Zeit für 11 Nächte getrennt schlafen...

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