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Samstag 02.10.2004

Am nächsten Morgen nehmen wir schnell unser ebenfalls leckeres Frühstück ein und begeben uns dann in den örtlichen Supermarkt der uns nicht unbekannten Kette "Spar". Hier decken wir uns mit reichlich Wasser (in 5 Liter Kanistern), Konserven, Spaghetti, etc. ein. Danach geht's zur Bank, um etwas Geld zu tauschen. Dies zieht sich in die Länge, denn am Samstag morgen geht fast jeder zur Bank, da die Löhne hier wöchentlich ausbezahlt werden. Teilweise werden sie sogar täglich ausbezahlt, da viele die Erfahrung gemacht haben, dass wenn zu viel Geld auf einmal ausbezahlt wird, am nächsten keiner mehr arbeiten will, sondern erst mal das Geld auf den Kopf gehauen wird und die Arbeitslust erst wieder einsetzt, wenn das Geld zu Ende ist ;-) Dies ist bitte nicht schwarzen-feindlich zu sehen und sicher nicht verallgemeinerbar, aber in vielen Teilen Namibias schlicht der Alltag.

Da es in Deutschland keine passenden Adapter für Namibische Steckdosen gibt, gilt es diesen nun noch Vorort zu besorgen. Bislang konnten wir uns auf Harnas und im Falkennest zwar immer einen leihen, in den staatlichen Unterkünften am Waterberg und im Etosha wird dies allerdings nicht mehr möglich sein. Also machen wir uns auf die Suche nach so einem Adapter. Laut unserer Gastgeberin gibt es diesen in jedem Supermarkt, dies stellt sich allerdings anders heraus. Wir werden von Laden zu Laden geschickt, doch nirgends gibt's es einen solchen Adapter. Als wir dabei einmal nicht rechtzeitig abbiegen, finden wir zufällig einen deutschen Elektroladen. Der hat zwar am Samstag geschlossen, der nette Besitzer ist aber zufällig da und für 15 N$ werden wir stolze Besitzer eines Adapters für 3! Eurostecker.

Anschließend wird noch getankt und schon machen wir uns auf den Weg zum Waterberg Plateau. Die Fahrt dorthin verläuft ohne Zwischenfälle. Dort angekommen beziehen wir sogleich unseren großen, aber sehr einfachen Luxury Bungalow (etwas anderes war nicht mehr frei) direkt am Fuß des Plateaurandes. Schon nach kurzer Zeit hören wir, wie draussen der große Metallmülleimer umgeworfen wird. Ein Blick aus dem Fenster verrät uns den Übeltäter: Ein Bärenpavian. Es ist also Vorsicht angesagt, denn ein Pavian ist nicht ungefährlich, wenn er wütend ist oder sich bedroht fühlt und seine Eckzähne stehen denen einer Raubkatze kaum nach. Auch eine Horde Zebramangusten sehen wir wenig später um unseren Bungalow streifen. Sie können ebenfalls recht unangenehm zu beißen. Als Harald wenig später etwas aus dem Auto holt und dabei den Kofferraum kurz offen läßt, während er das geholte ins Haus bringt, sitzen auch schon die ersten beiden Paviane im Auto. Zuvor waren sie nirgends zu sehen gewesen, aber sie sind sehr gerissen und verstecken sich gerne um dann unbemerkt irgendwo einzudringen, wo vielleicht etwas leckeres auf sie warten könnte. Mit einem lauten Schrei sind sie aber recht schnell aus dem Auto verjagt und ab sofort lautet die Devise: Alles bleibt verschlossen!

Wir sehen uns erst mal etwas in unserem Bungalow um und müssen feststellen, dass das versprochene Geschirr gänzlich fehlt. Wir haben zwar einiges dabei, auf Töpfe wegen dem Gewicht allerdings verzichtet. Also machen wir uns zu Fuß auf den Weg zur Rezeption. Keine 10m vom Bungalow entfernt tritt Harald in den herumliegenden Ast einer Akazie. Die Stacheln sind recht hart und einer geht gleich durch die Sandalen durch bis in den Fuß. Also wieder zurück und erst mal etwas Jod auf die Wunde. Der Stachel ließ sich leider nicht aus der Sandale herausziehen, also wird er oben und unten abgebrochen und bleibt vorerst in der Sandale drin.

Bei der Rezeption angekommen, erzählt man uns, dass Töpfe gegen Kaution im Restaurant auszuleihen sind. Nach dem wir für den nächsten Morgen einen Game Drive mit Frühstück auf das Plateau und für den Nachmittag eine Wanderung mit dem Guide Stephanus gebucht haben, gehen wir zurück zum Bungalow und anschließend eine Runde in den Pool. Darko hat also recht gehabt, es ist sicher einer der schönsten Pools in Namibia.

Gegen später begeben wir uns auf den "Fig Tree Walk", einer kurzen Wanderroute am unteren Rand des Plateaus der durch viele Schatten spendende Bäume führt. Dabei beobachten wir eine Gruppe Paviane bei der Nahrungssuche. Harald begibt sich, mit Kamera bewaffnet, vorsichtig in ihre Nähe. Die Paviane sind etwas scheu (es muss eine andere Gruppe als die aus unserem Camp sein), weshalb sie mit einer Hand voll Blätter, die auf einem fotogenen umgefallenen Baumstamm abgelegt werden, neugierig gemacht werden. Jetzt heißt es geduldig warten und nach nicht allzu langer Zeit kommt auch schon der erste an. Er setzt sich auf den Baumstamm und untersucht, was der komische Typ da wohl hingelegt hat. Endlich schaut er in Richtung des Fotografen, ein Bild wird geschossen, als auch schon eine Horde lärmender Touris den Berg heraufkommt und die ganze Paviangruppe verscheucht...

Dann beobachten wir eben noch ein paar Zebra-mangusten. Da das Gelände hier allerdings recht bewachsen ist, ist an Fotos nicht zu denken.

Wir wandern gemütlich zurück zu unserem Bungalow, duschen und gehen dann hinunter ins Restaurant. Dort treffen wir auf ein Schweizer Ehepaar, das wir bereits auf Harnas kennengelernt haben. Zusammen genießen wir unser Abendessen und erfahren dabei, dass die beiden heute die gleiche Strecke wie wir gestern zurückgelegt haben, allerdings in einem 4x4. Unser Sandfeld haben sie dabei geschickt umfahren, denn die von uns dort zurückgelassen Holzteile haben sie gewarnt ;-)

Zurück im Bungalow werden noch fleissig Bilder gesichtet und aussortiert und dann geht es ab ins Bett.

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