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Sonntag 17.10.2004
Heute wird mal ausgeschlafen. Gegen 7.30 Uhr steht Harald auf um erstmal den Geparden "CP" zu begrüßen und zu streicheln. Sogleich kommen auch "Cher" und "Ruger", die beiden Hunde, angeflogen. Sie wollen natürlich auch begrüßt und gestreichelt werden. Anschließend werden ein paar Bilder vom Camp und der näheren Umgebung gemacht, bevor es gegen neun zum Frühstück geht. Danach erzählt uns Polla Swart, der Eigentümer von Tsaobis, einige interessante Geschichten über Tsaobis und zeigt uns noch einige Artikel aus Zeitschriften und Journalen aus seiner aktiven Zeit als Direktor für Umweltschutz, Naturerhaltung und Tourismus. Wie wir bereits von ihm und seiner Frau erfahren haben, hat er während seiner aktiven Zeit auch das Waterberg Plateau zum National Park gemacht und die dortigen Einirchtungen geplant und bauen lassen. Er ist ein sehr interessanter Mensch, kennt Gott und die Welt in Namibia und kann eine Menge erzählen.
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Gegen elf Uhr geht's zurück zum Bungalow, um die Zeit in der der Generator läuft mit Bilder ausmisten und Tagebuch schreiben zu nutzen.
Anschließend zeigen wir Yolanda und den Swarts einige Bilder von Tsaobis und Harnas, wo Yolanda früher gearbeitet hat. Vom kleinen Johny sind alle sehr entzückt und der Vater des kleinen wird sogleich dazu geholt.
Am Nachmittag machen wir uns auf den Weg zum "Baboon Trail". Es ist ein Wanderweg der uns an den Schlaffelsen der Paviane vorbei führt. Und genau das ist wird uns auch zum Verhängnis: Die Paviane sind nämlich sehr gewitzt und drehen von Zeit zu Zeit die Wegmarkierungen in Form von bemalten Steinen in eine andere Richtung oder legen sie gleich ganz auf den Kopf, so dass man sie erst gar nicht mehr sieht. Am weitest entfernten Punkt verlaufen wir uns natürlich prompt und da das Gelände sehr hügelig ist, haben wir auch etwas Mühe, den Weg zurück zu finden. Etwas zu spät und müde kommen wir im Camp an, wo Harald sofort, wie mit Yolanda verabredet, beginnt die Leoparden "Asia" und "Raficki" (der Name ist nicht auf unserem Mist gewachsen) zu fotografieren. Die wollen aber lieber gestreichelt werden und drücken sich deshalb immer direkt an den Zaun. Also ist erst mal Schmusestunde angesagt. Zum Glück dauert es keine Stunde, bis die beiden kooperativer werden und es können wenigstens ein paar Fotos geschossen werden. Beim hin und her rennen zwischen den beiden Leoparden schafft es Harald ein Loch in seine neue Short von "Karle Wolfshaut" zu reißen. Zu Hause muss wohl jemand zum nähen gefunden werden ;-)
Danach noch schnell geduscht und ab geht's zum Abendessen. Heute ist "Braai" angesagt, das ist die afrikaanse Version eines Grillfestes. Zu uns gesellen sich heute noch drei weitere Gäste. Sie kommen auch aus Deutschland und waren schon 25 mal in Afrika. Es entwickelt sich eine interessante Unterhaltung bei der "Porsche Peter" Harald erzählt welch "schööne Fodos" (bitte Frankfurter Dialekt selber dazu denken) er hier schon geschossen hat. Während Uwe, der älteste der Drei, sich mit Polla (Der Gastgeber und Eigentümer von Tsaobis) über die zahlreichen gemeinsamen Bekannten unterhält, wechselt Peter als bald das Thema. Er erzählt, das Uwe Jäger ist und was für ein super toller Anblick das sei, wenn so ein geschossener Elefantenbulle tot zusammen-bricht. Wir haben größte Mühe, ihm nicht den aktuellen Inhalt unserer Münder (und Mägen) entgegen zu schicken.
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Natürlich ist Jagd zur Beschaffung von Nahrung (schließlich essen wir gerade super leckeres Eland-Fleisch, aber das kommt von gezüchteten Tieren) und in gewissem Rahmen auch zur Populationskontrolle (aber hier sollte man auch auf die Alternativen einen Gedanken verschwenden) nichts verwerfliches. Aber was uns absolut gegen den Strich geht, ist die Lust am Töten, die für manche die wahre Triebfeder zu sein scheint. Natürlich trifft das nicht auf jeden Jäger zu, aber ich habe von dieser Sorte leider schon zu viele (auch hier) getroffen.
Wie kann jemand einem zu erst erzählen, wie wunderschön so ein Elefantenbulle zu beobachten ist, und ein paar Minuten später davon schwärmen, welch toller Anblick es ist, wenn er tot zusammenbricht. Natürlicher bringen die Jagdkonzessionen viel Geld nach Namibia, aber erstens verschwindet dieses Geld teilweise in dunkle Kanäle (bei der Umweltbehörde kommt auf jeden Fall das Wenigste an) und zweitens wollen die Jäger für ihre 15.000 US Dollar natürlich gerne den größten und schönsten Bullen erlegen. Das dies für die Erhaltung natürlich nicht der optimale Weg ist, muss sicher nicht weiter erörtert werden.
Also versuchen wir diplomatisch das Thema wieder auf andere Bahnen zu lenken. Das Essen ist wie immer reichhaltig und lecker, aber auch etwas gehaltvoll und dadurch für uns noch immer etwas schwerer bekömmlich. Dadurch fühlt sich Sonja nach dem Essen etwas unwohl, wodurch ihr die Prahlereien von "Porsche Peter" etwas auf den Wecker gehen und sie geht heute früher zu Bett. Harald folgt nicht lange später und bereitet noch eine CD für Yolanda mit Bildern von Harnas, Tsaobis und dem kleinen Johny vor und geht dann auch (viel zu spät) ins Bett.
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